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01.01.2015

Die richtige Befestigung – Schrauben, Dübel und Nägel im Einsatz

Ohne sie hält nichts: Schrauben, Dübel und Nägel – die kleinen Helfer des Heimwerkers. Wir zeigen euch, welche Befestigung für welchen Zweck geeignet ist und wie ihr am besten vorgeht.

Akku-Schrauber Gyro Driver (Bildquelle: Black & Decker)

Akku-Schrauber Gyro Driver (Bildquelle: Black & Decker)

Bild 1 (Bildquelle: Meister Werkzeuge)

Durch Holz bohren (Bildquelle: Black & Decker)

Schraube befestigen (Bildquelle: Fischer)

Bild 2 (Bildquelle: Meister Werkzeuge)

Bild 3 (Bildquelle: Meister Werkzeuge)

Bild 4a (Bildquelle: Meister Werkzeuge)

Bild 4b (Bildquelle: Meister Werkzeuge)

Bild 4c (Bildquelle: Meister Werkzeuge)

Nägel

 Um leichte Gegenstände wie zum Beispiel Bilder aufzuhängen, sind Nägel meist völlig ausreichend. Haltet den Nagel unterhalb des Kopfes fest und schlagt ihn vorsichtig in die Wand. Dabei aufpassen, dass ihr den Nagel und nicht eure Finger trefft. Sicherheitshalber könnt ihr den Nagel durch einen Pappstreifen stecken – so lässt er sich gut einschlagen, und die Finger bleiben in sicherem Abstand.

Richtig bohren

Bevor ihr loslegt, sucht das Mauerwerk mit einem Leitungssucher nach Wasser- und Stromleitungen ab, damit ihr diese beim Bohren nicht trefft. Je nach Material werden dann verschiedene Maschinen genutzt: Für Beton und Vollziegel solltet ihr den Bohrhammer nehmen, für normales Mauerwerk eine Schlagbohrmaschine, und für leichten Werkstoff wie Gipskarton reicht ein Akkubohrer. Ein besonders cleverer Akku-Schrauber ist der Gyro Driver von Black & Decker. Bei ihm steuert man durch Handbewegungen die Drehrichtung und Geschwindigkeit.

Klebt auf die zu bohrende Stelle ein Stück Klebeband – durch die raue Oberfläche wird das Abrutschen des Bohrers verhindert. Unter den „Mach mal“-Projekten findet ihr eine ausführliche Anleitung zum Bohren von Dübellöchern.

Der passende Dübel

Kann eine Schraube nicht direkt in den Baustoff eingedreht werden – zum Beispiel bei Beton – benötigt man einen Dübel. Bevor es Dübel gab, wurden Holzklötzchen eingegipst, auf die dann z.B. elektrische Schalter aufgeschraubt werden konnten. Eine sehr mühsame Arbeit, da für jede Verschraubung ein Loch ausgestemmt werden musste. Eine andere Methode war das Einpressen von Holzkeilen, in die dann geschraubt wurde. Die ersten Spreizdübel wurden um 1910 entwickelt und bestanden aus Metall und Hanf. In der Metallhülse befand sich gepresstes Hanf. Der Dübel wurde in ein Loch gesteckt und durch das Hineindrehen einer Schraube auseinandergespreizt.

Bild 1 (siehe rechts): Die ersten Allzweckdübel aus Kunststoff wurden 1957/58 in Deutschland erfunden. Hieraus hat sich in den letzten fünfzig Jahren eine riesige Auswahlwahl an Spezialdübeln entwickelt – passend zu den vielen unterschiedlichen Baustoffen, die in dieser Zeit auf den Markt kamen wie Normalbeton, Leichtbeton, Porenbeton, Vollziegel, Klinker, Kalksandstein (KS), Hochlochziegel, Hohlblocksteine, Gipsdielen, Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten, Spanplatten, Hartfaserplatten (Z.B. MDF und HDF), Sperrholz etc. Dazu kommen Verbundbaustoffe mit einer Isolierschicht, bei denen man Kältebrücken vermeiden sollte.

In Vollbaustoffen wird am häufigsten der Flossendübel aus Kunststoff eingesetzt. Hierzu wird ein Loch in der passenden Stärke gebohrt: Der Bohrdurchmesser muss dem Durchmesser des Dübels entsprechen. Die Tiefe des Bohrloches sollte der Länge des Dübels plus 10 mm entsprechen. In diese 10 mm stößt die Spitze der Schraube, die immer länger als der Dübel sein muss, nur so entwickelt der Dübel die maximale Spreizkraft. Für die Verschraubung werden Holz- oder Spanplattenschrauben verwendet. Spanplattenschrauben (auch Mehrzweck- oder Universalschraube genannt) findet man in jedem Baumarkt in verschiedensten Varianten und Größen. Unter den „Mach mal“-Projekten findet ihr eine kleine Schraubenlehre.


Durchmesser von Bohrer, Dübel und Schraube müssen zueinander passen:

 

Spreizdübel

Bohrer

Schrauben

Durchmesser in mm

Durchmesser in mm

Durchmesser in mm

5

5

2,5 - 4

6

6

3,5 - 5

8

8

4,5 - 6

10

10

6,0 - 8

12

12

8,0 - 10

14

14

10 - 12

16

16

12 - 14

20

20

16

Um die richtige Schraubenlänge zu ermitteln, braucht man die Länge des Dübels und die Stärke des anzuschraubenden Gegenstandes. Zusätzlich ist die Beschaffenheit der Wand zu berücksichtigen. Ist zum Beispiel eine Putzschicht auf der tragenden Mauer aufgebracht, so ist zu prüfen, wie stark die Putzlage ist. Bei alten, sandigen Kalksandputzen muss der Dübel tiefer in die Wand eingesetzt werden, um die volle Dübelkraft zu erreichen. Diese Differenz muss man dann bei der Schraubenlänge hinzurechnen.

Das benötigte Loch wird je nach Material mit unterschiedlichen Maschinen gebohrt. Im Beton bietet sich auf jeden Fall der pneumatische Bohrhammer an. Auch im Vollziegel ist diese Maschine von Vorteil. Bei Hochlochziegeln oder Mauern, wo der Baustoff nicht bekannt ist, sollte man zuerst die leichteste Bohrmethode ohne Zuschalten des Schlagbohrwerks verwenden, um Beschädigungen zu vermeiden. Der Bohrhammer kann im Hochlochziegel große Flächen zum Abplatzen bringen, dadurch wird das Verschrauben mit dem Dübel schwierig, weil das Bohrloch zu groß ist und der Dübel keinen Halt findet. Je sauberer das Loch gebohrt ist, umso leichter wird das Dübeln.

Bild 2: Diese grundsätzlichen Vorgaben gelten auch für die verschiedenen Universaldübel, die in vielen Baustoffen zu verwenden sind. So haben die normalen Flossendübel im heute vielfach verwendeten Hochlochziegel den Nachteil, dass sie nicht genug Anpressflächen haben. Der Vorteil des Universaldübels in diesem Baustein ist, dass er sich nicht spreizt sondern im Loch des Ziegels verdreht bzw. verknotet.

Bild 3: Auch in den immer häufiger verwendeten Gipskarton- oder Gipsfaserplatten wird die Technik des Verdrehens genutzt. In diesen Platten können allerdings auch optimal spezielle Gipskartondübel verwendet werden. Diese können dank der Bohrspitze am Dübel direkt mit dem Akkuschrauber mit Kreuzschlitzbit in die Platte versenkt werden.

Bild 4: Für den Einsatz in Plattenbaustoffen gibt es auch noch die altbewährte Methode der Kipp- und Federklappdübel. Hier wird an einer Gewindestange ein Querstreb durch ein Bohrloch geführt und nach dem Durchführen aufgespannt oder gekippt. Mit diesen Dübeln lassen sich zum Beispiel leicht Lampen an Decken aufhängen.

Haus, Befestigung, Bauen

„Mach mal“ – Die Community zum Heim­werken in Haus und Garten wird ge­trag­en vom Hersteller­verband Haus & Garten e.V. sowie dessen Mit­glieds­unter­nehmen: