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02.09.2013

Dünger aus dem eigenen Garten – so klappt's mit dem Kompost

Ebenso wichtig wie Pflanzen zu gießen, ist es sie mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Darum sollte im Garten auch regelmäßig gedüngt werden. Dünger kann man ganz einfach aus dem eigenen Garten beziehen. In unserem neuen Artikel geht es diesmal um den Komposthaufen.

Wer düngt hat mehr Freude am Garten (Bildquelle: Floragard)

Der DuoTherm Komposter (Bildquelle: Neudorff)

für beschleunigtes Kompostieren (Bildquelle: Neudorff)

fertiger Kompost (Bildquelle: Floragard)

Den Dünger einarbeiten (Bildquelle: Gardena)

Kompost für die Topfpflanzen (Bildquelle: Gardena)

Mein Haus, mein Garten, mein Kompost

Komposthaufen erfüllen einen wichtigen Nutzen und sind eine tolle Ergänzung für jeden Garten. Garten- und Küchenabfälle werden zum Verrotten gesammelt und als wertvoller  Dünger wiederverwertet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Kompost in den eigenen Garten zu integrieren und je nach eigenen Bedürfnissen das richtige Format zu wählen. Natürlich kann man den „Haufen“ wörtlich nehmen und den Kompost unbefestigt in einer Ecke des Gartens lagern. Das eignet sich besonders für größere Gärten, bei denen die Fläche rund um den Kompost nicht zwingend benutzt wird.

Wer den selbstgemachten Dünger lieber in einem Behälter aufbewahren möchte, der sollte in jedem Fall auf genügend Luftzufuhr achten. Dafür eignen sich zum Beispiel Kunststoffplatten mit Löchern oder einfache Holzlatten oder -paletten, aus denen man sich ein Gestell zusammenbauen kann.

Für Ungeduldige gibt es die sogenannten Schnellkomposter. Das sind verschließbare Kunststoffbehälter, die besonders für kleine Gärten geeignet sind. In ihnen staut sich mehr Hitze, deshalb verrottet der Kompost schneller. Hier darf nur wenig feuchtes Material eingefüllt werden, da es sonst zu schnell faulen würde. Ähnlich funktionieren auch die Thermokomposter. Ihre Wände sind gedämmt, sodass sich in den luftisolierten Silos Temperaturen von bis zu 70°C bilden können. Dadurch verrottet das Ausgangsmaterial rasend schnell. Das Modell „DuoTherm“ von Neudorff fasst sogar sagenhafte 530 Liter. Damit kann man einen mittelgroßen Garten gut versorgen.


Alles an Ort und Stelle: Den Komposthaufen anlegen

Ein Komposthaufen trägt dazu bei, den Nährstoffkreislauf im Garten zu schließen. Er ersetzt sogar weitestgehend Mineraldünger, Blumenerde und Torf.  Wie lege ich mir aber so ein eigenes kleines Ökosystem an?

Der beste Platzfür den Komposthaufen ist im lichten Schatten eines Baumes. Hier ist es warm genug, um die Mikroorganismen zum Arbeiten zu bringen und kühl genug, um den Komposthaufen vor dem Verdunsten und Austrocknen zu schützen. Die Nordseite eines Hauses ist eher ungeeignet, denn dort ist es besonders in Winter und Frühling zu kühl, sodass die Rotte zu langsam abläuft.

Die Größe
des Komposthaufens sollte etwa 5-9 % der zu düngenden Gartenfläche entsprechen. Für 30 m² bepflanzte Fläche sollte der Komposthaufen also mindestens 1,5 m² groß sein. Wichtig ist außerdem, dass der Haufen auf einem unversiegelten Untergrund steht, damit die Feuchtigkeit in den Boden sickern kann und es nicht zu Staunässe kommt. Außerdem haben die Bodenlebewesen, zum Beispiel Regenwürmer, besseren Zugang zum Kompost. Diese sind ein wichtiger Bestandteil für das Zersetzen des Kompostmaterials. Aber Achtung! Damit Mäuse und Ratten den Kompost nicht plündern können, sollte man ein Rattengitter anbringen.

Das Gerüst steht, jetzt kann befüllt werden. Und das ist gar nicht so schwer: Für einen gut funktionierenden Kompost muss man nur drei einfache Grundsätze beachten.

1. Die Mikroorganismen, zum Beispiel Pilze und Bakterien, die die Bestandteile des Kompostmaterials zersetzen, benötigen Sauerstoff. Darum ist ein durchgehendes Hohlraumsystem im Komposthaufen wichtig. Das heißt, große und kleine sowie grobe und feine Bestandteile sollten gründlich miteinander gemischt werden.
2. Der Kompost sollte durchgängig feucht, aber nicht zu nass sein. Darum sollte trockenes und nasses Material gleichmäßig verteilt werden. In Trockenperioden kann mit dem Wasserschlauch ganz einfach für genügend Feuchtigkeit gesorgt werden.
3. Einmal aufgesetzt braucht der Kompost keine besondere Pflege mehr. Lediglich alle 3 Monate sollte man ihn durchmischen, im Fachjargon wird das „umsetzen“ genannt . Das beugt Fäulnis vor und beschleunigt den Rotteprozess. Für Ungeduldige hat Neudorff eine noch schnellere Lösung: mit dem Kompostbeschleuniger zersetzt sich das Material im Nu!

Die Grundlage für den Komposthaufen sollte eine etwa 20 cm dicke Schicht aus Strauchwerk, zum Beispiel Heckenschnitt oder kleine Äste, bilden. Darauf folgt dann das restliche Material, das man entweder gut durchmischt auflegt, oder in abwechselnden Schichten von 5 bis 10 cm aufbringt. Sobald der Komposthaufen eine Höhe von 1-1,5 m erreicht, sollte man ihn mit einem luftdurchlässigen Stoff, zum Beispiel Stroh, abdecken und eine Erdschicht darüber geben. Das schützt den Kompost vor Austrocknung und Nässe.

Die Kompostierung in den Gang zu kriegen, ist gar nicht immer so einfach. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann sich eine kleine Starthilfe besorgen: Der fertige Kompost von Floragard bringt die Mikroorganismen in Schwung und wird auf einer ersten Schicht von circa 30 cm Gartenabfällen auf dem Komposthaufen verteilt.

Was gehört alles auf den Komposthaufen? Und was nicht?

Gut durchmischt dürfen folgende Materialien auf den Komposthaufen:

  • Gartenabfälle, wie Laub, samenloses Unkraut, Zweige, verwelkte Blumen oder Rasenschnitt
  • Küchenabfälle, wie zum Beispiel gut zerkleinerte Eierschalen, Kartoffelschalen, Gemüse- und Obstreste
  • Kaffeesatz und Teebeutel
  • Papiertücher
  • Abgekühlte Holzkohlenasche ist eine willkommene Kaliumgabe für den Kompost

Folgende Abfälle sind für den Komposthaufen tabu:

  • Glas und Metall
  • Steine
  • Plastik
  • Fleisch oder Fisch
  • kranke Pflanzen
  • samentragende Unkräuter
  • bunt bedruckte Zeitungen

Und ab die (Kom)Post! Wie man richtig düngt

Der Kompost aktiviert das Bodenleben und verbessert die Bodenstruktur – etwas Besseres können wir unseren Pflanzen also gar nicht geben! Zudem gibt er die Nährstoffe nur langsam an das Erdreich ab, sodass eine Überdüngung quasi unmöglich ist. Deshalb kann man den Kompost auch das ganze Jahr über ausbringen. Aber wie macht man das eigentlich genau?

Auch wenn der Kompost noch nicht fertig gereift ist, kann man ihn schon zur Pflanzenpflege verwenden, zum Beispiel zum Mulchen. Nach etwa drei bis vier Monaten Reifezeit ist der Mulch ausreichend angerottet und kann auf den Beeten verteilt werden. Den Mulch kann man ganzjährig bei Bäumen und Sträuchern verwenden. Hierzu sollte man eine 5 cm dicke Schicht rund um die Wurzeln aufbringen und in die obere Bodenschicht einarbeiten. Auch empfindliche Pflanzen, zum Beispiel Rosen, freuen sich im Winter über eine Abdeckung mit Mulch.

Der Reifekompost benötigt etwas mehr Zeit. Es kann zwischen sechs und zwölf Monaten dauern, bis der Kompost fertig ist. Dann sollte er zuerst gesiebt werden, sodass nur krümelige Erde übrig bleibt. Grobe Teile wandern einfach zurück auf den Haufen. Die Erdkrümel streut man dann oberflächlich auf den aufgelockerten Boden und arbeitet sie in die Bodenschicht ein. Das funktioniert gut mit einem Grubber.

Bei Gemüse und Obst kommt es ganz auf die Sorte an, wie viel Dünger sie benötigen. Gurken, Kartoffeln, Tomaten, und Kürbisse benötigen verhältnismäßig viel Dünger und freuen sich über fünf Liter pro Quadratmeter, am besten noch vor der Ansaat. Sogenannte Schwachzehrer, wie zum Beispiel Bohnen, Erbsen Möhren oder Schnittlauch, kommen auch gut mit drei Litern pro Quadratmeter zurecht. Auch Beerenobst wie Himbeeren oder Erdbeeren reicht diese Menge im Frühjahr. Dann sollten auch auf den Blumenbeeten zwei bis drei Liter Kompost verteilt werden. Wer auch seinen Topfpflanzen etwas Gutes tun möchte, der kann einen Teil Kompost unter vier Teile Erde mischen und sie damit mit wertvollen Nährstoffen anreichern.

Wie überwintere ich den Komposthaufen?

Auch im Winter herrscht im Komposthaufen ein reges Treiben. Durch die Mikroorganismen, die den Abfall zersetzen, können im Inneren des Komposthaufens selbst im kalten Winter Temperaturen von bis zu 50°C entstehen. Damit auf dem Kompost nichts fault, sollte man den Haufen zu Anfang der Winterperiode einmal gut durchmischen. Um ihn vor Schnee und Regen zu schützen, deckt man ihn ab. Dazu eignet sich eine großzügige Laubschicht, die zusätzlich mit Kompostvlies oder auch Jutesäcken, Schilfmatten oder Stroh abgedeckt wird. Eine Plastikplane ist ungeeignet. Sie ist nicht luftdurchlässig, wodurch sich Hitze und Feuchtigkeit stauen und der Kompost verfault.

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