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03.03.2014

Klempner zu Hause – wie man verstopfte Leitungen und Lecks repariert

Manchmal tropft es, manchmal verstopft es – im Haus gibt es viele Rohre und Leitungen, bei denen das schon mal vorkommt. Aber das ist kein Grund zur Panik. Wir zeigen, wie man Lecks und Verstopfungen selbst reparieren kann.

Keine Panik! Oft muss man nur einen Teil des Rohres erneuern. (Bildquelle: Marley)

Mit der Muffe kann das Rohr wieder verbunden werden. (Bildquelle: Marley)

Genau hingeschaut: Ein Silent-Rohr von Marley. Die mittlere Schicht dämpft Abwassergeräusche. (Bildquelle: Marley)

Rohr frei auf Knopfdruck! Mit dem Rohrreinigungsset wird die Regenrinne wieder frei. (Bildquelle: Kärcher)

Wasser Marsch! Mit intakten Rohren steht dem Badevergnügen nichts im Wege. (Bildquelle: Roman Dietsche GmbH)

Ein Siffonsieb schützt den Abfluss vor Verunreinigungen. (Bildquelle: StarLicht)

Wenn der Wasserhahn tropft kann das an einem gelösten Gewinde liegen. (Bildquelle: StarLicht)

Rein in die Wanne! Nach der Reparatur kann man sich wieder entspannen. (Bildquelle: Sanitop-Wingenroth)

Was tun, wenn’s tropft?

Ein Leck in der Leitung kann verschiedene Gründe haben: Das Rohr kann alt und kaputt oder durch Rost oder Frost porös geworden sein. Auch bei der Installation des Rohrs können durch Werkzeuge und Schrauben Schäden entstehen. Ein Leck macht sich häufig durch sinkenden Wasserdruck, feuchte Wände oder erhöhten Wasserverbrauch bemerkbar. Dann ist es höchste Zeit, sich auf die Suche zu machen: Hört man etwas tropfen oder zischen, bilden sich feuchte Stellen oder riecht es irgendwo nach abgestandenem Wasser? Wenn du das Leck selbst nicht ausfindig machen kannst, wende dich bitte an einen Fachmann. Hast du es gefunden, solltest du schnell Abhilfe schaffen, um hohen Wasserverlust und Folgeschäden durch die Feuchtigkeit zu verhindern. Die erste Maßnahme bei undichten Leitungen lautet: Wasser abdrehen! Eine weitere Faustregel für die Reparatur von Rohren solltest du dir unbedingt merken: Ist das Rohr aus Kunststoff, kannst du es selbst reparieren. Ist es aus Metall, solltest du den Klempner rufen. Er kennt sich damit aus und kann weitere Schäden durch eine fehlerhafte Reparatur vermeiden.

Wenn dein Plastikrohr ein Loch oder einen Riss hat, musst du nicht gleich das ganze Rohr, sondern nur das betroffene Stück austauschen. Die Experten von Marley zeigen in ihrer Anleitung, wie das geht. Vorläufig kannst du die Stelle auch mit Dichtungsband versorgen. Knifflig wird es bei Rohren, die hinter einer Wand liegen. Wenn du Fachkenntnisse im Bereich Abrissarbeiten hast, kannst du selbst die Wand öffnen, um die dahinterliegende Leitung zu reparieren. Bei offenliegenden Rohren, zum Beispiel im Keller oder unterm Waschbecken, kannst du dich direkt ans Werk machen.

Oft tritt das Wasser gar nicht durch ein Loch im Rohr aus, sondern es hat sich lediglich ein Gewinde etwas gelöst – besonders bei älteren Rohren ist das nicht ungewöhnlich. Die Gewinde liegen da, wo zwei Rohrteile miteinander verbunden werden, zum Beispiel unter dem Waschbecken, wo das Abflussrohr auf das Rohr in der Wand trifft. Tritt dort Wasser aus, genügt es, wenn du das Gewinde fest, aber ohne Gewalt noch mal nachziehst. Das klappt am besten mit einer Rohrzange. Die Methode hilft auch, wenn der Wasserhahn tropft. Bei den meisten Modellen sitzt das Gewinde direkt unter dem Kopf des Hahns, den man einfach abschrauben kann. Tritt danach noch immer Wasser aus der Dichtung aus, solltest du die Dichtungsringe austauschen. Das sind kleine Gummiringe, die in das Gewinde eingelegt werden. Sie befinden sich bei den meisten Modellen ebenfalls unter dem Kopf. Dann brauchst du nur den alten Dichtungsring entfernen und den neuen an der gleichen Stelle anbringen und den Kopf wieder aufschrauben. Alternativ kannst du auch Teflonband verwenden, das ist ein Dichtungsmaterial, das ähnlich wie Klebefilm direkt von der Rolle verarbeitet wird. Davon wird ein Streifen um das innere Stück der Schraubverbindung gewickelt und fest angedrückt. Danach kann der Hahn oder das Gewinde wieder zusammengeschraubt werden.

Damit es wieder fließt – Verstopfungen lösen

Genauso ärgerlich wie ein undichtes Rohr ist eines, in dem gar nichts mehr fließt. Besonders im Bad und in der Küche können Abflüsse schnell verstopfen, wenn Haare oder Krümel hineingelangen. Besonders anfällig für Verstopfungen ist der sogenannte Geruchsverschluss: das U-förmige Teil des Rohrs unter dem Spülbecken. Dieser lässt sich aufschrauben und mit einem langen Stück Draht von Essensresten befreien: Einfach das Ende des Drahts umbiegen und dann in das Rohr einführen. Jetzt kann man mit wechselnden Dreh- und Ziehbewegungen die verstopfende Masse aus dem Rohr herausziehen. Dabei kann der ein oder andere Spritzer daneben gehen, also trage am besten Handschuhe und stelle auf jeden Fall einen Eimer unter die Öffnung. Bei Rohren, an die man nicht so leicht rankommt, hilft dieses Hausmittel: Ein Päckchen Backpulver zusammen mit einer Tasse Essigessenz und etwas Spülmittel in den Ausguss geben, eine halbe Stunde einwirken lassen und dann mit einem weiteren Schuss Spülmittel und ein bis zwei Litern frisch gekochtem Wasser nachspülen. Für größere Abflüsse, zum Beispiel die Toilette, sollte die Menge verdoppelt werden. Bei einem verstopften Klo hilft auch ein Gummipömpel, mit dem man durch Pumpstöße das Rohr befreien kann.

Verstopften Leitungen kann man mit zwei einfachen Tipps vorbeugen:

  • regelmäßig 1-2 Liter frisch gekochtes Wasser in den Ausguss gießen, das befreit die Rohre von Ablagerungen
  • ein Siphon-Sieb verwenden. Das kleine Sieb wird über den Ausguss gelegt und fängt Krümel und andere grobe Partikel auf, bevor sie in das Rohr gelangen können

Aber auch außerhalb des Hauses kann mal etwas verstopfen. Besonders wenn viele Blätter fallen, verstopfen Regenrinnen leicht. Sie lassen sich mit wenigen Handgriffen befreien: mit dem Rohrreinigungsset von Kärcher, das als Zubehör zum Hochdruckreiniger angeboten wird. Dazu wird ein Schlauch mit der Rohrreinigungsdüse in das verstopfte Rohr geschoben. Wird dann die Hochdruckpistole betätigt, arbeitet sich die Düse durch den Rückstoß des nach hinten gerichteten Wasserstrahles in die Verstopfung vor und spült das Rohr wieder frei. Markierungen am Schlauch zeigen an, wie weit die Düse bereits in das Rohr vorgedrungen ist. Um die Spülung zu verbessern, sollte man den Schlauch von Zeit zu Zeit langsam zurückziehen und wieder loslassen. Bei einer stärkeren Verschmutzung empfiehlt es sich, den Reinigungsvorgang mehrmals zu wiederholen. 

Weitere Tipps rund ums Wasser

Wenn es kalt ist, passiert es schnell: Die Leitung friert ein. Damit es wieder fließt, kannst du die Leitung vorsichtig erwärmen – das geht gut mit einem Fön, wenn keine entzündlichen Stoffe wie Gas in der Nähe sind. Auch Wärmflaschen und Heizkissen können helfen! Vorbeugen kann man gefrorenen Rohren, indem man rechtzeitig das Wasser abstellt. Zum Beispiel die Gartenwasserleitung, die man im Winter nicht oder nur ganz selten benötigt.

Wenn Wasser ausläuft, muss das nicht zwangsläufig an einem defekten Rohr liegen – vielleicht ist eine Silikonfuge im Bad rissig geworden, durch die das Wasser auf den Boden rinnt? Die lässt sich ganz einfach ersetzen: Mit einem speziellen Lösemittel aus dem Fachhandel, auch Silikonlöser genannt,  wird das alte Silikon entfernt, bevor neu verfugt werden kann. Der Trick dabei ist, das Becken mit Wasser zu füllen, bevor das neue Silikon aufgetragen wird.  Das Becken senkt sich um einige Millimeter ab, wenn es gefüllt ist, und so verhindert man das Reißen der Fuge, wenn sie beim nächsten Mal belastet wird.

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