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01.08.2014

So fühlen sich tierische Mitbewohner wohl im Garten

(Bildquelle: © K.-U. Häßler - Fotolia.com)

Wenn es im Garten summt und brummt, geht jedem Naturliebhaber das Herz auf. Wir zeigen euch, wie ihr euren Garten zum Ziel für tierische Besucher macht.

Schön anzusehen: Schmetterlinge im eigenen Garten (Bildquelle: JLFCapture - iStockphoto)

Ein tolles Heimwerker-Projekt für den Garten (Bildquelle: schlickwurm)

Der stachelige Freund lässt sich den Apfel schmecken (Bildquelle: morelia1983 - Fotolia.com)

Schnell wie der Wind ist der Besucher auf dem Gartenzaun (Bildquelle: franckreporter - iStockphoto)

Auf der selbstgebauten Sitzgelegenheit machen es sich die Vögel gemütlich (Bildquelle: Andrew_Howe - iStockphoto)

Flache Ufer sind wichtig! (Bildquelle: sera)

Eben selbst noch zu Gast nimmt der Wurm bald am Ende der Nahrungskette Platz (Bildquelle: SarahLundPhotography - iStockphoto)

Bienen, Schmetterlinge & Co.

Schmetterlinge sind im Garten immer gern gesehene Gäste. Wer sich Besuch von Distelfaltern, Tagpfauenaugen oder Admiralen wünscht, sollte einen Sommerflieder im Garten haben. Der Sommerflieder wird auch Schmetterlingsflieder genannt, weil er als Nektarquelle Nahrung für eine Vielzahl von Tagfaltern bietet. Der Busch ist außerdem ein pflegeleichtes Gewächs und vermehrt sich rasch. Auch Frost im Winter überlebt der Flieder sehr leicht, wenn man die abgestorbenen Äste regelmäßig entfernt.

Für die Nahrung ihrer Raupen brauchen die Falter ganz besondere Pflanzen. Gut geeignet sind Brennnesseln und Disteln. Die Raupen sorgen also dafür, dass man weniger Unkraut aus dem Garten entfernen muss. Im Herbst brauchen Schmetterlinge besonders viel Kraft für das Eierlegen, sie bedienen sich gerne am Nektar von Pflaumenbäumen, den letzten Blumen und besonders vom Efeu, der sehr lange blüht. Wer keinen Platz für die große Rankpflanze hat, kann die schönen Falter mit einer „Faltertankstelle“ anlocken. Über ein Gemisch aus Malzbier und Honig oder einfaches Zuckerwasser in einer flachen Untertasse freuen sie sich auch.

Auch Bienen sind willkommene Gäste im Garten, da sie mit ihrer Bestäubung die Frucht-Ernte im Herbst in die Höhe treiben. Darum lohnt es sich, die nützlichen Helfer in den Garten zu locken. So sichert man sich nicht nur eine üppige Ernte, sondern bietet auch dem Lebensraum der Wildbienen Schutz. Bei Bienen – ebenso wie bei Wespen und Hummeln – stehen folgende Pflanzen auf dem Speiseplan:

  • Schafgarbe
  • Kugellauch
  • früh und spät blühende Margeriten
  • Glockenblumen
  • Thymian
  • Oregano
  • Fetthennen
  • Kornblumen
  • Malven
  • Efeu
  • Rosen etc.

Richtig wohl fühlen sich die Tiere auch in einem Insektenhotel, das man ganz leicht selber bauen kann. Eine Inspiration zeigt uns schlickwurm. Dort finden nicht nur Bienen, sondern auch andere nützliche Insekten ein Zuhause.

Geschickt ist es, Bienenhotel und Lockpflanzen weit entfernt von dem Ort aufzustellen, an dem man sich am meisten aufhält oder gemeinsam isst. So haben nicht nur die Bienen ihre Ruhe, sondern die Menschen können auch in Ruhe essen und trinken. Süße Speisen und Getränke sollte man natürlich trotzdem abdecken. Und falls sich doch mal ein kleiner Brummer in die Nähe verirrt, heißt es: Ruhig bleiben. Mit ruhigen Bewegungen kann man die Biene wieder fortschicken und es kommt weder Mensch noch Tier zu Schaden.

Igel und Eichhörnchen

Auf der Suche nach Nahrung durchstreifen Igel große Gebiete. Damit sie uneingeschränkten Zugang zu Nahrungsquellen haben, sollten Gärten bestenfalls mit Hecken oder Lattenzäunen umzäunt werden, da sich die Tiere in Maschendrahtzäunen verfangen könnten. Wer auf einen Drahtzaun oder eine Mauer nicht verzichten möchte, sollte für einen Durchschlupf sorgen.

Igel und andere Nagetiere wie Mäuse suchen gerne unter Holzstapeln, Reisighaufen oder dichten Hecken und Büschen Unterschlupf. Diese sollte man besonders im Winter nicht abbauen, da die Tiere dort ihren Winterschlaf halten. Zusätzlich oder stattdessen kann man den Igeln eine eigene Unterkunft bieten, zum Beispiel ein Igelhaus, das man im Zoofachgeschäft kaufen oder auch selber bauen kann.

Blühende und aussamende Gräser und Blumen sind nicht nur für Insekten wichtig, sondern auch für Nagetiere. Deshalb sollte an den Gartenrändern, unter Gebüsch und Hecken am besten gar nicht, jedoch höchstens zweimal im Jahr gemäht werden. Sollte man dort ein Igelnest entdecken, in dem womöglich sogar Junge liegen, muss man es schnell wieder abdecken und vor weiteren Störungen, zum Beispiel durch Hunde, schützen.

Auf kurzem Rasen finden Igel Insekten und vor allem Regenwürmer. Wer den Tieren zusätzlich noch etwas Gutes tun möchte, kann eine Futterstelle einrichten. Igeltrockenfutter gibt es im Fachmarkt fertig zu kaufen, es eignen sich aber auch Katzenfutter aus Dosen, Haferflocken, ungewürztes Rührei oder Obst wie Birnen oder Äpfel. Je gemischter der Teller, desto bunter die Besucher: Auch Eichhörnchen nagen gerne an Apfelstücken oder natürlich an Nüssen und Kernen. Sie mögen auch besonders gern Möhren, Zwieback, Wassermelone, Weintrauben oder Kiwi. Die Futterstelle sollte aber leer bleiben, sobald es anfängt zu frieren. Jetzt bereiten sich die Igel für den Winterschlaf vor und die ausbleibende Nahrung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Vögel und andere Flugtiere

Kaum etwas ist idyllischer als das vergnügliche Zwitschern der Vögel im Garten. Um zahlreiche Federfreunde anzulocken, braucht es gar nicht viel. Im Grunde sind es nur Nistmöglichkeiten und ausreichend Nahrung, die sich häufig schon auf Obst- oder Laubbäumen findet. Wer gleich eine ganze Schar anlocken möchte, kann natürlich noch etwas mehr tun:

Vogelhäuser sind nicht nur für die Tiere nützlich, sondern können auch noch dekorativ sein, wie zum Beispiel die bunten Modelle von MotipDupli.
Wer genug Platz hat, sollte direkt mehrere Häuschen nebeneinander hängen, denn einige Vogelarten wie der Spatz sind sogenannte Koloniebrüter und nisten ungern alleine.

Im Winter freuen sich Vögel über Futterstellen mit Vogelfutter, im Sommer genügt es, wenn das natürliche Nahrungsangebot in voller Blüte steht: Einheimischen Sträucher oder Beerenbüsche dienen als Versteck und liefern genug Insekten und Früchte zum Fressen. Dazu zählen zum Beispiel Weißdorn, Vogelbeere, Holunder, Pfaffenhütchen, Liguster, Wildrosen, Schlehe, Schneeball, Kornelkirsche, Brombeere und Berberitze. Von der Vogelbeere und dem Schwarzen Holunder ernähren sich über 60 verschiedene Vogelarten. Dichte Hecken sind außerdem tolle Nist- und Schlafplätze, denn sie schützen vor Angriffen von Katzen und anderen Feinden.

Auch andere blühende Pflanzen wie Lavendel oder Margeriten helfen, den Garten vogelfreundlich zu machen, weil sie Insekten anlocken, mit denen die Vögel ihre Jungen füttern können.

Paradies für Wasserliebhaber

Ein Gartenteich ist nicht nur eine Augenfreude, er rettet auch Tiere vor dem Verdursten und lockt neben Fröschen auch Insekten an, die Wiederum von anderen Gartenbewohnern gefressen werden. Damit kleine Tiere wie Igel oder Eichhörnchen gefahrenlos aus dem Teich trinken können, sollten die Ufer möglichst flach sein. Alternativ hilft auch ein geschickt drapiertes Holzbrett, das als Leiter genutzt werden kann. Auch Vögel freuen sich über eine Wasserstelle. Wer keinen Teich oder Brunnen hat, kann einfach eine flache Schale mit Leitungswasser aufstellen, aus der die Tiere trinken und in der sie ihr Gefieder reinigen können.

Dafür eignet sich alternativ auch ein Wasserlauf, der zugleich ein schönes Deko-Element für den Garten ist. Mehr Tipps zum Thema Gartenteich gibt es auch unter www.sera.de.

Tipps und Co.

Im Garten kann man nicht nur wunderbar die Tiere beobachten, er bietet ihnen auch einen geschützten Lebensraum. Sie sind zudem natürliche Feinde von Schädlingen, was insbesondere unseren Pflanzen zugutekommt. Wichtig ist, dass man für den tierfreundlichen Garten ausschließlich einheimische Pflanzen wählt. Sie sind auf unsere Böden und unser Klima ausgerichtet und bilden die Lebensgrundlage für viele Insekten, Vögel und Kleinsäuger, z.B. Igel. Exotische Pflanzen sind zwar schön anzusehen, aber nutzlos für unsere einheimische Tierwelt.

Auf Insektizide und Pestizide sollte man in einem tier- und auch kinderfreundlichen Garten unbedingt verzichten, da sie zu Vergiftungen führen können. Wer ausreichend Tiere im Garten hat, muss sich um Schädlinge ohnehin wenig Gedanken machen.

Für Gruben, Regentonnen oder ähnliche Gefahrenstellen gilt: Entweder abdecken oder ein Brett o.ä. als Ausstiegshilfe einlegen. So können die Tiere hinein- und herausklettern, ohne zu stürzen oder im schlimmsten Fall in der Regentonne zu ertrinken.

Auch beim Umsetzen von Kompost oder Reisighaufen ist Vorsicht geboten: Hier suchen die Tiere gerne nach Nahrung wie Würmen oder Asseln – eine spitze Mistgabel kann da schnell zum Verhängnis werden. Gleiches gilt auch für Laubsauger: Die zu bearbeitende Stelle unbedingt vorsichtig untersuchen, damit kein Igeljunges im Laubsauger verschwindet oder auch vom Laubbläser aus dem Nest gepustet wird.

Garten, Tiere

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