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10.08.2015

9 Fragen an Hoizmichl

Der Name „Hoizmichl“ deutet bereits auf eine eher süddeutsche oder österreichische Herkunft hin. Und tatsächlich lebt Michael Lindner, alias „Hoizmichl“, in einer kleinen österreichischen Marktgemeinde. Zumindest unter der Woche. Am Wochenende wohnt er mit seiner Frau und drei Töchtern in einem winzig kleinen Dorf mit Haus, Garten und – natürlich – einer Werkstatt. Beruflich ist der 32-Jährige bei der Österreichischen Bundeswehr tätig, privat ist er Familienmensch und Heimwerker, der bei Projekten auch dann optimistisch bleibt, wenn mal alles schiefgeht. Wir haben mit ihm über seinen „Shishi Odoshi“-Brunnen und absolute Traumprojekte gesprochen.

Michael, von deinem japanischen Springbrunnen Shishi Odoshi waren unsere Mitglieder so begeistert, dass du beim Wettbewerb „Mach mal Urlaub“ den ersten Platz belegt hast. Mal aus dem Nähkästchen geplaudert: Gab es schwierige oder nervige Momente?

Oh ja! Denn ursprünglich sollte der Brunnen schlicht viereckig sein. Als meine Frau das hörte, fragte sie ganz entsetzt: ,Was? Viereckig?‘ (Lacht) Also wurde aus dem Viereck ein Sechseck. Das habe ich zu Anfang natürlich völlig falsch berechnet, so dass ich erstmal nachbessern musste. Schwierig waren auch die Befestigungen für den Wasserlauf. Das Wasser sollte ja schließlich in den Brunnen laufen und nicht daneben. Letztendlich habe ich Abhilfe gefunden: mit Holzstäbchen vom Eis und Heißkleber.

Der Brunnen ist dein erstes Outdoor-Projekt bei „Mach mal“. Verschönert er jetzt deinen Garten?

Leider nicht. Aufgrund der kleinen Wasseroberfläche kam es schnell zur Algenbildung und ich musste ein Algenschutzmittel hinzugeben. Und damit die armen Vögel, die vom Brunnen trinken möchten, nicht als Katzenfutter enden, steht der Brunnen nun bis auf Weiteres im Eingangsbereich des Hauses.

Du hast dich von einer Szene aus dem Film Kill Bill inspirieren lassen. Wie kam es dazu?

Als ich noch aktiv war bei der Bundeswehr, hatte ich öfters 24 Stunden Bereitschaftsdienst. Gab es mal nichts zu tun, war der Film „Kill Bill“ ein willkommener Zeitvertreib. Nach der womöglich 100. Wiederholung wurde ich auf diesen Brunnen aufmerksam. Nach jeder Kampfszene schwenkte die Kamera zum Brunnen – Kampfszene, Schwenk zum Brunnen. Ich wurde neugierig. Mein Japanisch ist nicht allzu gut (lacht), daher war die Recherche aufwändig, doch endlich wurde ich fündig und stieß auch direkt auf ein Video des amerikanischen Heimwerkerstars Steve Ramsey mit Bauanleitung. Mein erster Gedanke war: Das mache ich besser!

Von wem hast du das Heimwerken gelernt?

Gelernt habe ich es eigentlich gar nicht! Als ich noch ein kleiner Bursche war, war ich lediglich oft bei meinem Vater in der Werkstatt. Dort fand mich meine Mutter nämlich nie – und ich konnte länger aufbleiben (lacht). Das ein oder andere habe ich mir in dieser Zeit wohl doch von ihm abgeschaut. Selbst angefangen mit dem Heimwerken habe ich erst vor fünf Jahren. Zuerst  habe ich mit einer Stichsäge gearbeitet, dann stieg ich auf die Bandsäge und später aufs Drechseln um. Inzwischen habe ich einen Drechselkurs absolviert und eine zweite, größere Drechselbank erstanden. Bei allen Projekten gilt aber: Der kreative Kopf ist eindeutig meine Frau. Ich setze lediglich ihre Ideen um. Das passt sehr gut zusammen.

Ging bei einem deiner Projekte schon mal etwas so richtig schief?

Ach, beim Drechseln sind mir schon öfters Sachen um die Ohren geflogen. Daher ist guter Arbeitsschutz Pflicht! So richtig schief ging bisher noch nichts, Kleinigkeiten passieren jedoch ständig. Ich halte mich ein wenig an den Drechsler-Grundsatz: Behandle jedes Stück wie Brennholz. Dann tut es dir nicht leid, wenn du es wegschmeißen musst (lacht).

Baust du viel für deine Kinder oder mit ihnen gemeinsam?

Ja, auf jeden Fall! Geht zum Beispiel ein Spielzeug kaputt, repariere ich es mit ihnen gemeinsam. Und als ich vor einigen Jahren ein Hochbett gebaut habe, haben meine beiden ältesten Töchter mitgeholfen. Damals waren sie noch klein und natürlich sitzt da nicht jede Schraube gerade – doch auch heute noch sind sie Feuer und Flamme.

Welche Rituale gehören für dich zu einem richtigen Heimwerkertag?

Ein richtiges Ritual habe ich eigentlich nicht. Wobei, doch. Ein Bier hinterher – das gehört einfach dazu (lacht).

Was sind deine Lieblings-Heimwerker-Seiten, neben „Mach mal“?

Ich besuche gerne die amerikanische Webseite www.lumberjocks.com sowie die deutschen Seiten www.heimwerker.de und die Heimwerker-Community www.1-2-do.com. Außerdem durchforste ich diverse Blogs nach neuen Ideen.

Hast du ein „Traumprojekt“? Was möchtest du unbedingt noch umsetzen?

Das Traumprojekt gibt es schon: der Dachbodenausbau vom Haus. Das lässt sich nur im Moment leider noch nicht realisieren. Mein aktuelles, machbares Traumprojekt befindet sich dafür schon in der Umsetzung. Kennst du diese Brunnen, in denen sich eine große Steinkugel dreht? Nach dem gleichen Prinzip baue ich einen Tischbrunnen – und die Kugel ist nicht aus Stein, sondern aus Holz. Die Schale dafür ist schon fast fertig und die Kugel ist bereits wasserfest versiegelt. Ich gebe zu, bisher ist zwar alles schief gegangen, was schief gehen kann, aber ich kann die Einzelelemente noch verwenden – also bleibe ich optimistisch. Und natürlich zeige ich das Projekt bei „Mach mal“, sobald es fertig ist!

Weitere Projekte von Hoizmichl

Fotohalter Apfelbaum fürs Kinderzimmer
Waldviertler Wunderlampe
Flaschenschneider

Garten, Sommer, Kinder, Bauen

„Mach mal“ – Die Community zum Heim­werken in Haus und Garten wird ge­trag­en vom Hersteller­verband Haus & Garten e.V. sowie dessen Mit­glieds­unter­nehmen: