Magazin Startseite

21.09.2015

Es grünt so grün – Ein Besuch auf dem Tag des Gartens

Wasser plätschert in der Ferne, es riecht nach nasser Erde und alles ist mit Blumen, Gräsern und Kräutern geschmückt: Das ist der Tag des Gartens, eine Ausstellung für Gartenliebhaber, die Ende August in Köln stattfand. Rund 15.000 Besucher haben sich an zwei Tagen zu den Neuheiten des Gartenlebens informiert, sich beraten lassen, Inspirationen gesammelt, Produkte getestet oder einfach geschlemmt und gespielt. Auch wir von Mach mal waren dabei.

Angebot an Blumenzwiebeln

Ein Mustergarten

Die Eventbühne

Der Buchladen (Bildquelle: Koelnmesse)

Shishi Odoshi Springbrunnen von Hoizmichl

Wasserspiel von kati1310

Insekten-Hotel-Anlage von Schlickwurm

Igelhaus von Meffert AG

Von Kathreen Claire Schulz 

Auf der Suche nach Tipps zur Gartengestaltung mache ich mich zielstrebig auf den Weg zu den Mustergärten. Auf der Messe bieten zahlreiche Aussteller Gartenprodukte wie Dünger, Samen oder Pflanzenschutzmittel an. Außerdem gibt es Vorträge zum Thema Gartenarbeit, einen Grillpark im Außengelände und eben Mustergärten, die Inspirationen für den eigenen Garten liefern. Der Garten, der mir am meisten ins Auge sticht, gehört zu den „Gärtnern von Eden“, einem Zusammenschluss von Gartengestaltern. Mein Blick gleitet bewundernd über das Ambiente und trifft dann auf einen der Gärtner. Sofort frage ich ihn, wie ich denn als Laie mit der Gartengestaltung beginnen könnte. „Den Garten sollte man sehr individuell auf sich zuschneiden“, sagt er. Immerhin möchte man dort viele Stunden verbringen, entspannen und sich vom Alltag ablenken lassen. Dafür sollte man seinen Garten in eine eigene, kleine Welt verwandeln. In seinen Zufluchtsort. Doch wie schafft man es, dass er genau zu so einem Ort wird? „Zuerst einmal muss man wissen, wie der Garten aussehen soll. Das ist gar nicht so einfach, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Am besten hat man eine grobe Richtung, an der man sich orientieren kann. Helfen kann dabei unser Gartentypentest.“ Neugierig probiere ich den Test aus, bewerte ein paar Bilder auf einer Skala von eins bis fünf und errechne dann die Punkte. Wie es aussieht, bin ich ein Ästhet. Der Test verrät mir, dass ich Geborgenheit und Ruhe brauche und gibt bereits ein paar kleine Hinweise darauf, wie ich die bekommen kann. Geometrische Grundformen sollte ich zum Beispiel integrieren. Das überrascht mich ein bisschen. Bis jetzt war die einzig geometrische Form in meinem Garten der Fußball meines Bruders. Aber die Einschätzung stimmt, und der Tipp ist schon mal ziemlich interessant!

Jetzt möchte ich noch mehr darüber wissen, wie ich damit beginnen kann, meinen Garten richtig zu gestalten. Deswegen habe ich einen Termin zur Speedberatung bei Heike Stey, einer Gartenarchitekten aus Kassel gemacht. „Um einen schönen Garten zu gestalten, braucht man Strukturelemente, die dem Garten eine klare Form geben“, leitet sie ein. Das könnten zum Beispiel Hecken und Bäume oder auch größere Dekorationsgegenstände sein. Stein- oder Wasserelemente wie Teiche eigneten sich auch gut dafür. „Die einzelnen Elemente müssen farblich und von der Form aufeinander abgestimmt sein. Wiederholungen sind da sehr nützlich!“ Die Architektin beteuert, dass am Ende ein zusammenhängendes Bild zu erkennen sein müsse. Der größte Fehler, den man machen könne, sei, ein paar einzelne Pflänzchen nebeneinander aufzustellen. Mal da eine Hortensie, dort ein bisschen Schilf, hier ein Stiefmütterchen und in der Ecke eine Tulpe – so werde es nichts mit dem Traumgarten. Das Ganze sollte ein Gesamtbild ergeben. Wie bei einem Gemälde wäre es von Vorteil, wenn jeder Pinselstrich mit dem anderen harmoniere, damit es ein Meisterwerk ergebe. Uff, denke ich da nur und bin in Geiste wieder in meinem Garten. Vielleicht könnte ich die eine Hecke etwas rund schneiden, damit sie zum Fußball passt?

Eine Orientierung und Tipps, wie ich meinen Garten gestalten kann, habe ich jetzt. Aber gibt es nicht noch mehr Informationen, damit ich aus meinen Garten so viel wie möglich herausholen kann? Im Gespräch mit einer anderen Besucherin werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass auf der Eventbühne gerade über „bienenfreundliches Gärtnern“ gesprochen wird. Das kann ich mir nicht entgehen lassen!

„Die Städte breiten sich aus und die Agrarflächen werden immer eintöniger. Das sorgt dafür, dass den Bienen der Lebensraum genommen wird. Doch in unseren Gärten und Balkonen können wir ihnen den zurückgeben: durch bienenfreundliches Gärtnern!“, meint der Vertreter des Bienenzuchtvereins, und die anderen Experten auf der Bühne nicken. So sollte man beim Gärtnern in der Stadt auf den Steingarten verzichten und stattdessen auf Sträucher und Blumen setzten. „Stauden statt Steine!“, ist der Appell eines Redners, den wir gerne aufnehmen. Hilfreich dafür ist eine „Bienenapp“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Ein umfangreiches Lexikon informiert darüber, welche Pflanzen bienenfreundlich sind und wie Blühzeiten, Blütenfarbe oder der optimale Standort aussehen. Außerdem kann man viel über Honigbienen, Wildbienen oder Wespen und ihre Gewohnheiten lernen. Mit dem Bienenquiz kann man sich und seine Freunde dann testen.
   
Gegen Ende meines Besuchs auf der Messe schaue ich im Buchladen des Landwirtschaftsverlags vorbei, einem Stand am Rand der Messe. Dabei sind viele interessante Titel, am ansprechendsten finde ich das: „Spielzeug aus Holz selber machen“ von Natacha Seret. Hier werden Klassiker der Kinderspielzeuge (Seifenkistenautos, Puppenhäuser, Kasperletheater) vorgestellt und mithilfe von einfachen Schritt-für-Schritt Anleitungen kann man sie ganz leicht selber bauen. Nicht nur für die Kleinsten ein großes Vergnügen.

Zurück von der Messe in meinem eigenen Garten blicke ich mich um und überlege, an welcher Stelle ich all diese Tipps umsetzten kann. Mein Blick bleibt am Fußball hängen, und ohne darüber nachzudenken, befreie ich das Blumenbeet von ihm und lege ihn neben der blauen Regentonne ab. Jetzt kommen die Bienen wieder an die Blüten und durch die beiden runden Flächen nebeneinander haben sich die ersten geometrischen Formen wiederholt. Zufrieden lasse ich mich auf meine Liege fallen und blicke auf einen sehr schönen Tag des Gartens zurück.

 

Vorschläge für Strukturelemente aus der Community:


Vorschläge für einen tierfreundlichen Garten aus der Community:

 

Garten, Pflanzen, Messe

„Mach mal“ – Die Community zum Heim­werken in Haus und Garten wird ge­trag­en vom Hersteller­verband Haus & Garten e.V. sowie dessen Mit­glieds­unter­nehmen: