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13.01.2016

Gemeinschaftlich heimwerken – Kathreen macht mit!

Kathreen aus dem Mach mal-Team hat tausend Ideen für kreative Heimwerker-Projekte, aber wenig Erfahrung und keine eigene Werkstatt. Nun war sie zu Besuch in der DingFabrik, um andere Selbermacher kennenzulernen und das vielfältige Angebot an Werkzeugen zu nutzen. Hier berichtet sie, was sie erlebt hat.

Die selbstgebaute CNC-Fräse ist nicht nur cool, sondern auch nützlich!

Ein heller und großer Arbeitsplatz

Huyis raffinierter und selbstgebauter MP3-Player für Kinder

Die wunderschöne Geburtstagskerze für Reinhards Enkelin

Meine Ablage - Schritt 1: Einen Boden ausschneiden

Scrhitt 2: Die Kanten glatt schleifen

Schritt 3: die Löcher hinein bohren

Schritt 4: Leimen und 5 Minuten warten

Heimwerken ist ein einsames Hobby? Von wegen! Fast überall in Deutschland gibt es sogenannte Offene Werkstätten, die auch als FabLab oder MakerSpace bekannt sind. Dort wird jedes Projekt gemeinschaftlich angegangen. Werkzeuge, Maschinen sowie das notwendige Know-How werden freundschaftlich geteilt. In Köln ist eine dieser Werkstätten die DingFabrik. Der gemeinnützige Verein öffnet seine Türen für Tüftler, Bastler und Hobbyheimwerker aus allen Sparten. Egal, ob man im wohlverdienten Ruhestand Lust darauf hat, etwas Neues zu erlernen, Abwechslung neben dem langweiligen Schulalltag braucht oder für die kleine Tochter ein einzigartiges Geburtstagsgeschenk kreieren möchte, die DingFabrik ist die richtige Adresse. Freitagabends ist Bastelnachmittag, dann ist die DingFabrik für jeden Interessenten geöffnet. Als Mitglied des Mach mal-Teams fühle ich mich von diesem Angebot natürlich angesprochen und habe der DingFabrik einen Besuch abgestattet:

Live aus der DingFabrik

Sägespäne liegen in einer großen Halle auf dem Boden und Holzreste in der Ecke. Es riecht nach Holz. Ich kann etwa zehn andere Besucher zählen, die alle schwer beschäftigt sind. Jeder der Anwesenden sägt, tüftelt oder diskutiert mit anderen über seine Projekte. Die Stimmung ist locker und ausgelassen, aber dennoch geschäftig. Von Harald, einem langjährigen Mitglied der DingFabrik, bekomme ich eine kleine Führung. Er zeigt mir die Arbeitsplätze und führt mich durch die Räumlichkeiten. Es gibt mehrere CNC-Fräsen – selbst gebaut in einem Workshop der DingFabrik sowie eine Nähecke . Einen Laser-Cutter, eine Drehmaschine, eine Tischkreissäge, eine Standbohrmaschine und eine Maschine, mit der man T-Shirts bedrucken kann, gibt es ebenfalls. Sogar ein Brennofen und ein 3D-Drucker stehen bereit. Kreissägen, Bohrmaschinen, Schmirgelpapier, kurz gesagt, es gibt alles, was das Heimwerkerherz begehrt, und alles steht für die Benutzung zur freien Verfügung. Nur die Materialien bringt jeder selber mit.

Bei meinem Rundgang sehe ich spannende Projekte: Der 15-Jährige Schüler Gereon arbeitet zum Beispiel an einem per Bluetooth gesteuerten Luftkissenboot. Huyi, ein Familienvater um die 30, zeigt mir sein Radio für Kinder. Er drückt mir eine Karte in die Hand, und als ich sie kurz vor das Gerät halte, beginnt ein Kinderlied zu spielen. Am Laser-Cutter arbeitet der IT-Fachmann Reinhard. Die hellen Laserstrahlen schneiden durch das Holz und formen dabei ein rundes Muster. Das fertige Stück ist ein Geburtsgeschenk für seine Enkelin: ein vierblättriges Kleeblatt, in das eine große „1“ hinein passt.

Und nun bin ich dran - Arme hochkrempeln und los!

„Jeder hier muss selbst aktiv werden“, sagt Harald am Ende der Führung. Und ich bekomme Lust, mitzumachen – aber natürlich nicht alleine. Nach kurzer Überlegung entscheide ich mich dafür, eine kleine Ablage zu bauen, die ich an die Wand schrauben möchte, um dort Postkarten und ähnliches aufzustellen. Wie das geht, muss ich allerdings noch irgendwie herausfinden. Eigentlich sehen alle so aus, als wären sie bereit, mir zu helfen. Gereon ist mir vom Alter her am nächsten und sieht gerade nicht so aus, als würde er ganz konzentriert an etwas arbeiten, also frage ich ihn. Wie erwartet ist er einverstanden, mir zu helfen, und zusammen machen wir uns ans Werk.

Gereon spendiert mir ein Stück Holz und drückt mir einen Stift in die Hand. Ich will einen Bogen in meine Ablage haben, also zeichne ich diesen zunächst mit Bleistift auf mein kleines Holzstück. Und dann wird es auch sofort ernst. Gereon führt mich zu einem großen Gerät mit einer scharf aussehenden Sägeblatt – eine Dekupiersäge. Er zeigt mir, wie man damit arbeitet, was erstaunlich einfach aussieht. Ich muss nur das Sägeblatt durch meine Zeichnung führen. Sollte ich hinbekommen. Ein paar Startschwierigkeiten gibt es, weil ich den Druck, den ich auf die Säge ausüben muss, erst noch richtig einschätzen muss. Funktioniert aber sonst ganz gut. Dafür, dass ich das zum ersten Mal mache, kann sich das Ergebnis wirklich sehen lassen! Auch Gereon lobt mich für meinen gut ausgearbeiteten Bogen. Die leichten Unebenheiten an meinem Werk schleife ich zuerst ganz easy mit Schmirgelpapier. Dann darf ich eine weitere Maschine benutzen: den Band-Tellerschleifer. Hier zeigt Gereon auch erstmal, wie es geht und lässt mich dann ran. Ich muss das Gerät nur per Knopfdruck einschalten, Holz dranhalten und fertig. Damit geht das Schleifen schon einfacher und der Rand wird angenehm glatt. Gereon erklärt mir, dass ich eine kleine Holzleiste brauche, damit die Schrauben später nicht an meiner Ablage selbst befestigt werden müssen, die dafür viel zu dünn ist. Ein kleines Stück Restholz sollte dafür genügen. Dann zeigt er mir, wie die Standbohrmaschine funktioniert – mit der einen Hand muss ich das Stückchen Holz festhalten und mit der anderen den Hebel benutzen, um die Löcher „hineinzusenken“ – und auch hier geht alles ganz fix. Als letztes müssen die Ablage und mein Stückchen Restholz nur noch miteinander verleimt werden. Fünf Minuten warten und fertig! Ich halte mein erstes, kleines Projekt in den Händen und bin mächtig stolz.

Mein Fazit

Werkstätten wie die DingFabrik sind eine tolle Sache für jeden, der Spaß daran hat, in einer Gruppe zu arbeiten und von anderen zu lernen. Zudem ist es natürlich enorm praktisch, diese Vielzahl an Geräten benutzen zu können, die man sonst nicht unbedingt in der eigenen Werkstatt stehen hat.

Ihr wollt mehr über die DingFabrik erfahren? Dann bitte hier entlang: dingfabrik.de.
Ihr wollt herausfinden, ob es auch in eurer Nähe eine offene Werkstatt gibt? Schaut doch mal hier: www.offene-werkstaetten.org/werkstatt-suche.
Kathreen war für euch übrigens auch zu Besuch auf dem Tag des Gartens.

Reportage, Möbel, Holz, Werkzeug, Upcycling

„Mach mal“ – Die Community zum Heim­werken in Haus und Garten wird ge­trag­en vom Hersteller­verband Haus & Garten e.V. sowie dessen Mit­glieds­unter­nehmen: